So, meine schriftliche Erkenntnis aus dem Anschauen:
Für die 17k, die er kostet, bekommt man schon echt viel Auto fürs Geld. Fahrleistung, Geräuschdämmung und Ausstattung sind einfach super für das Geld.
Aber ich bin als B12-Fan der ersten Stunde natürlich Qualitätsfetischist. Und was habe ich da zu bemängeln? Klar ist das kein Luxusauto, aber es ist mir egal, was es gekostet hat. Die Frage ist ja: Will ich so ein Ding dauerhaft fahren? Und da muss die Verarbeitung / Rostvorsorge eben primär erst einmal stimmen.
Wie gut oder schlecht das Blech ab Werk konserviert wurde, weiß man natürlich nicht. Durasteel wie am B12 ist es ziemlich sicher nicht (Nissan-Zinkversiegelung).
Also verlasse ich mich besser nicht auf den Lack. Was Schutzwachs und Steinschlagschutz angeht, sieht es da eher so semitoll aus.
In den Seitenschwellern ist tatsächlich sogar eine dünne Wachsschicht fühlbar, aber das war es dann auch schon. Eine nachträgliche, ergänzende Behandlung mit einem Hohlraumschutzwachs sollte ich dem Kleinen gönnen. 20 € und ein halber Tag Arbeit.
Dann die Dome noch mit Wachs versiegeln und den Steinschlagschutz etwas aufpeppen sowie die Bremsleitungen besser schützen – und zack, sind wir bei 60 € Material und einem ganzen Tag Arbeit, ggf. sogar zwei gemütlichen Tagen.
Wer die Kisten nur least, kann – sofern nichts kaputtgeht – einfach bedenkenlos die paar Jahre fahren, das passt schon. Wer aber mehr als 6–8 Jahre Spaß an dem T03 haben will, der sollte sich zeitnah überlegen, den Schutz des Unterbodens etwas zu verbessern.
Wer Fragen hat, kann fragen.
Was mir technisch aufgefallen ist – ist ja mein erstes BEV aus der Nähe:
Der Motor hat ein kleines Untersetzungsgetriebe und ein Differential. Zwei Antriebswellen, klassische ABS-Ringe und Sensoren an den McPherson-Radaufhängungen. Der Dreieckslenker vorne hat so ein olles Topflager / eine UFO-Buchse, was ich persönlich nicht mag. Mal schauen, wie lange das hält.
Rechts vorne sitzt die kleine 12V-Batterie, vorne der Kühlmittelbehälter, der für die Kühlung des Inverters und des E-Motors zuständig ist. Eine aktive Wasserkühlung hat der Akku des T03 NICHT!
Also Vollgas auf der Autobahn fahren und dann an der DC-Schnellladesäule laden wollen, könnte an heißen Tagen schiefgehen, weil dann das Thermomanagement des Akkus ziemlich sicher abregelt. Sowohl beim Entladen als auch beim Laden wird das Ding ja warm und so ein Akku mag gerne 20–35 Grad haben. Beheizt im Winter geht das, aber Kühlung an Sommertagen wird ggf. zum Problem. Falls euer T03 also nicht laden mag, liegt es evtl. daran, dass er in der prallen Sonne/Hitze steht und davor heiß gefahren wurde?!
Für den Bremskraftverstärker gibt es wohl eine eigene Unterdruckpumpe, die links am E-Motor andockt. Hatte ich nicht bedacht, dass der Bremskraftverstärker auch am E-Auto Unterdruck haben will.
Sehr lehrreiche Besichtigung.
Was habe ich „gewartet“?
Ich habe heute mal alle Scharniere und die Fangbänder der Türen mit Lithiumfett eingesprüht.
P. S.: Um die Motorhaube zu öffnen, muss man die Entriegelung mehrmals ziehen. Eine mechanische Sicherung, wie sonst Standard,
hat der T03 vorne KEINE.