Icefire in Japan

  • Liebe Freunde, vor fünf Stunden bin ich in Tokio, meiner neuen Heimat angekommen. Ich war vorher noch nie in Japan, spreche kaum Japanisch, und morgen gehts direkt auf die Arbeit ^^ . Meine Autos in Deutschland sind entweder verkauft oder eingelagert, und auch sonst ist das meiste irgendwie geregelt.

    Mein erster Eindruck war, dass die Stadt einfach gigantisch ist. Vorher habe ich in Frankfurt am Main gewohnt und fand Frankfurt schon groß. Aber Tokio ist eine unvergleichbar andere Dimension: Vom Flugzeug sieht man bis zum Horizont nur Gebäude. Das ist unvorstellbar, wieviele Menschen hier wohnen. Auffallend war auch, wie wenige Menschen Englisch sprechen. Selbst das Personal am Flughafen konnte kaum Englisch, aber irgendwie hat es geklappt. Trotz der vielen Menschen sehen die Straßen aus, wie mit der Zahnbürste geputzt: kein Dreck oder Müll, kein Vandalismus, alles gepflegt, geschnitten, gestrichen oder erneuert.


    An meinem ersten Abend bin ich direkt los, um das Metro-System zu verstehen und mal probezufahren. Außerdem hatte ich Hunger. Zum Abendessen habe ich mir ein kleines Lokal ohne jegliche englische Beschreibung ausgesucht, denn wie in so vielen Ländern in Asien gilt: Je mehr Englisch im Namen, umso "cooler". Ich wollte direkt etwas lokales und traditionelles kennenlernen, habe mich in den Laden gesetzt, auf zufällige Punkte im Menü gezeigt, und bekam eine leckere Soba-Nudelsuppe, für umgerechnet 6€. Einfach, aber sehr lecker!

  • Hälte der Corona Wahnsinn dort eigentlich auch noch an ?????


    ACH JA dann kannst du dich gleich um unsere Ersatzteil DIREKT Versorgung kümmern , als am weitesten entfernter B12 Club Member ....

    :b12:
    CA16DE Österreich (173000km)
    Livin´Loud

    Wir scheißen auf Feuer Eis und Wind und Fahrzeuge die aus Wolfsburg sind


    Ich weiß zwar manchmal nicht wovon ich rede , aber ich weiß das ich recht hab :perfekt:

  • Wow! Finde ich sehr cool, dass du diesen Schritt gegangen bist. Meinen Respekt hast du, denn dafür braucht man auch erstmal Mut.

    Viel Spaß und Erfolg in Japan.

    Kannst gerne mehr von dort berichten :)


    Stimmt! :/ Alex hat Recht, ich suche immer noch einen digitalen Tacho, haha ;) ^^

  • Viel Glück und Erfolg in JP. Für mich wäre das nichts, zumindest nicht wenn (wie du schreibst) nur wenige Englisch können und du selber nicht fortgeschritten japanisch. Dafür hätte ich zu viele Dinge, die Probleme machen können wie z.B. Allergien.


    Auf jeden Fall sehr mutig, Respekt dafür!

  • Danke! Ich muss auch sagen, das letzte Jahr war voller Zweifel, ob das eine gute Entscheidung ist. Mit Anfang 20 hat mir das nicht viel ausgemacht, aber mittlerweile bin ich auch sesshafter geworden.

    Tokyo war heute spannend: ich habe gesehen:

    - 2x AE86

    - 3x R34 Skyline

    - 2x S13

    ...und viele andere interessante Autos.


    Zu Essen gabs heute Abend "Spaghetti Napoli". Diese wurde im Wok gebraten, mit Spiegelei und Miso Suppe serviert, und sehr ungewöhnlich gewürzt. Bestellen musste man am Automaten, den ich erstmal komplett nicht verstanden habe. Zum Glück hat mir jemand wortlos geholfen (er konnte kein Wort Englisch), und es war sehr lecker.


    Da ich meine Tastatur in Deutschland gelassen habe, wollte ich mir eine neue kaufen. Im Elektronikladen war ich ganz hin und weg: Es gibt eine Menge japanischer Tastaturhersteller, die traumhaft angenehme Tastaturen herstellen! Wer mal eine alte IBM Klappertastatur hatte, kann sich vielleicht etwas darunter vorstellen. Die Tastaturen sind ein bisschen verspielt: Man kann das Layout wählen, die Qualität des Tastensensors und ggf. auf- oder umrüsten. Zu jedem Sensor gab es ein Datenblatt mit Anschlagtiefe, Widerstand und Lebensdauer, und dann kann man sich das passende aussuchen. Ich liebe ja solche Technikversessenheit! Jedenfalls bin ich jetzt stolzer Besitzer einer Filco Tastatur.

    • Official Post

    Dass man in Japan mit Englisch nichts anfangen kann, finde ich schon heftig. Im Zeitalter von Internet &co. sollte man eigentlich denken, jeder jüngere Erdenbewohner, der eine Schule besucht hat, kann rudimentär Englisch.
    Als ich vor 30 Jahren beruflich oft in Frankreich war, konnte damals die ältere Generation auch kein Wort Englisch, mein Französisch hat zum Glück gereicht.
    Wenn ich heute in Frankreich in ein Restaurant gehe, und die Bedienung nach drei Sätzen merkt, dass ich kein Franzose bin, fangen die von ganz alleine mit Englisch an, was mich dann total verwirrt, weil Englisch und Französisch in meinem Kopf nicht zusammengehen will, und es damit endet, dass die Bedienung Englisch redet und ich in französisch antworte. :LOL: Aber funktioniert und ist en peut drolle.
    (Franzosen reden furchtbar schnell, von daher versteht man die echt besser wenn sie dann deutlich langsamer englisch reden.)

    • Official Post

    Diese Art der Verständigung ist immer etwas amüsant, aber solange es funktioniert, ist doch gut ^^

    Gestern habe ich zum Beispiel eine SIM-Karte gekauft. Ich will eine Prepaid-Karte, da ich Verträge nicht mag. In Japan gibt es Prepaid-Karten für Touristen, die aber leider immer nur 30 Tage gültig sind. Ich wollte daher den Verkäufer fragen, ob es auch Karten gibt, die unbefristet sind. Das Problem war, ich wusste nicht, wie ich das im Japanischen sage, und der Gute Mann konnte kein Englisch. Also habe ich auf das "30 days" gezeigt, und mit meinen Händen so getan, als würde ich Abstände messen (also für 30 Tage = beide Hände nur 10 cm voneinander weg). Dann habe ich die Hände ganz weit auseinander gestreckt, um einen "langen Zeitraum" zu beschreiben. Erst hatte ich das Gefühl, er glaubt, er wird gerade vera**t, aber dann hat er es verstanden :D

    Die jüngere Generation tut sich schon besser mit dem Englisch, aber auch sie haben noch einen weiten Weg zu gehen. Ich habe dafür Verständnis, denn Japanisch und Englisch ähneln sich kein bisschen. Das fängt schon an, dass viele Menschen in Asien kein lateinisches Alphabet lesen können (obwohl sie finden, das es cool aussieht, und sich deswegen lustige Tattoos machen lassen, oder westliche T-Shirts kaufen). Irgendwann hatte ich mal ein Tattoo gesehen (nicht in Japan), das vom Wortlaut deutsch klang, aber das Wort gibt es einfach nicht, und man kann auch den Sinn nicht erschließen.

    Für uns ist das Englisch lernen etwas einfacher, da zumindest die Sprachfamilie die gleiche ist. Aber wenn jedes Wort komplett anders klingt, die Wörter anders zusammengesetzt werden und dann auch noch die Grammatik vollkommen anders ist, ist das etwas anstrengender.

    Ich persönlich glaube allerdings auch, dass manche Japaner ungerne in die Welt gehen. Sie fühlen sich halt auf ihrer Insel wohl :)

    Nächste Woche habe ich mich auf ein Deutsch-Japanisch-Sprachtandemabend angemeldet. Ich habe gehört, dass Deutsch nach Englisch die am häufigsten gelernte Fremdsprache in Japan ist. Da bin ich mal gespannt.

    • Official Post

    Heute habe ich das nächste Japanische Klischee kennengelernt: Die mit-den-Arbeitskollegen-saufen-gehen-müssen-Tradition. Ich bin zwar eher ein ruhiger Charakter, aber hin und wieder gehe ich auch gerne mit Freunden und Kollegen was trinken, daher dachte ich mir, dass das ganz spaßig sein könnte! Nun, aufgrund der Traditionen in Japan lief das etwas anders ab, als erwartet.

    Mit den Arbeitskollegen etwas trinken zu gehen hat in Japan lange Tradition und ist dementsprechend wichtig im Berufsalltag. Heute abend waren wir mit einem Zulieferer auf die zukünftige Zusammenarbeit etwas essen und trinken, und ich saß mit zwei Kollegen des Zulieferers am Tisch, einem Programmierer aus China und einem Japaner aus dem Sales-Team. Das ungewohnte ist, dass in Japan die Traditionen und Hirarchien so unglaublich wichtig sind: Als Zulieferer ist die andere Firma in der unteren Position und muss dementsprechend ganz besonders nett sein, und das zeigt sich in ganz vielen Kleinigkeiten: Der gute Mann vom Salesteam trägt einen superschicken Anzug - das tun in Tokio sehr sehr viele Japaner -, stellt in ungewöhnlich gutem Englisch sehr höflich sehr viele Fragen, fragt mich, welches Bier ich gerne trinken würde, wenn es leer ist, ruft er sofort die Bedienung. Wenn die Bedienung einen Teller mit Essen vorbeibringt (zum teilen), bietet er mir zuerst einen Teil an, und wartet höflich, bis ich etwas esse, bevor er sich selbst etwas nimmt. Mir ist das unangenehm. Ich bin ein einfacher Typ der einfach nur gerne an Autos bastelt und programmiert. Ich hatte das Gefühl, dass der Mann versucht, mir einen tollen Abend zu bereiten und mich zu bespaßen. Bei nem Bier möchte mich aber einfach nur auf Augenhöhe unterhalten. Daher beanworte ich seine höflichen Fragen alle mit einer Gegenfrage.

    - "Sie sind aber toll im Biertrinken! Ihr Glas ist ja schon leer, was möchen Sie denn als nächstes trinken?" -"Ich weiß noch nicht. Was möchtest Du denn trinken?"

    oder wenn die Kellnerin einen Teller bringt, nehme ich den Teller, bevor er reagieren kann, und biete ihm höflich etwas an. Das kann er ja schlecht ablehnen :)

    Ganz vorsichtig und unter drei Ecken habe ich ihn gefragt, ob er öfters mit den Kunden weggehen muss, und Bier trinken muss. Er meinte, dass es früher viel häufiger der Fall gewesen sei, und heutzutage üblicherweise früher endet. Interessant. Auf die Frage, ob er das denn gerne macht, ist er nicht eingegangen, sondern meinte, dass das als Sales-Mitarbeiter Teil seiner Arbeit sei. Die Idee, ob ihm das Spaß macht oder nicht, hat er sich als pflichtbewusster Mitarbeiter wohl noch nie gestellt. Insgesamt ist er ein netter, freundlicher und interessierter Mensch, aber an diese Hirarchien und Traditionen muss ich mich erst noch gewöhnen.

    Der junge Programmierer war deutlich unkomplizierter, und hat Gott sei Dank nach dem ersten Bier auf diese ganzen Floskeln verzichtet.

    Jedenfalls ist mir so langsam klar, warum es in Japan immer wieder Leute in schicken Anzügen gibt, die nachts um eins stockbesoffen in der Bahn einschlafen.

    • Official Post

    Wirklich gut! Gestern gab es allerdings nur europäisches Bier, da die andere Firma uns etwas besonderes bieten wollte. :rolleyes:


    Als Gastgeschenk habe ich meinen Arbeitskollegen übrigens drei Flaschen Rothaus Pils mitgebracht, das kam sehr gut an ^^

    Wobei Rothaus bei einem Blind Biersomelier-Test, bös verkackt hat, verstand ich auch nicht, mir schmeckts.

    • Official Post

    So, heute kommt die erste Sammlung an lang ersehnten Autobildern! Die Anzahl cooler japanischer Young- und Oldtimer ist schon ziemlich groß. Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht irgendein besonderes Auto vorbeifährt.

    Sehr häufig sind übrigens die R34 Skyline. Ich bin allerdings kein besonders großer Fan von denen und die fahren hier so oft rum, da mache ich schon keine Bilder mehr von :D

    Ich habe leider nur wenige Bilder bisher gemacht. Bei vielen Autos war ich mit dem Bilder machen einfach zu langsam. So sind mir mehrere S13s, ein FC, und noch einige andere schöne Autos einfach zu schnell davongefahren!

  • OBER AFFEN GAIL


    BTW : Ich bekomms ja vom Icefire immer per WhatsApp


    8) 8)


    ✌️✌️✌️✌️✌️✌️✌️

    :b12:
    CA16DE Österreich (173000km)
    Livin´Loud

    Wir scheißen auf Feuer Eis und Wind und Fahrzeuge die aus Wolfsburg sind


    Ich weiß zwar manchmal nicht wovon ich rede , aber ich weiß das ich recht hab :perfekt:

    • Official Post

    Am Wochenende habe ich einen kleinen Tuning/Karosseriebetrieb außerhalb Tokios, im Industriegebiet im Norden Tokios, besucht. Nach 45 Minuten Bahnfahren und anschließend 30 Minuten laufen stand ich mitten in einem Industriegebiet, zwischen Autohändlern, Tempeln, und kleinen Betrieben - ein Ort, an dem man als Tourist eher selten vermutet wird.

    Der nette alte Herr, der die Werkstatt besitzt, arbeitet jeden Tag dort, und repariert diverse Corollas und andere alte Fahrzeuge. Auch ein schöner Sunny Pickup war zu bestaunen.

    Leider sind die Japaner so höflich und lassen einem nicht draußen einfach nur zuschauen, sondern hat gleich alles stehen und liegen lassen, mir gleich den ganzen Shop gezeigt und mich hereingebeten. Das einzige, was ich auf Japanisch zustande gebracht habe, war ihn (höflich) zu fragen, ob er etwas dagegen hat, wenn ich Bilder mache. Die meisten Fahrzeuge durfte ich auch ablichten. Ich habe kurz ein paar Bilder geknipst, dem guten Mann als Dankeschön einige Sticker abgekauft, und bin schnell wieder gegangen. Der ganze Laden und das Büro war voll mit zeitgenössischen Teilen, Magazinen und Pokalen.

    Der Sunny hat mir sehr gut gefallen. Er war liebevoll und hochwertig restauriert, und war leicht zeitgenössisch getunt.

    Der Corolla hatte einen 20V-Motor mit sehr großen Ansaugtrichtern. Sehr hübsch gemacht.

    Damit aber nicht alles nur um Autos geht, noch ein paar Bilder von schönen Tempeln und Ramen-Nudeln, welche ich anschließend genossen habe.

  • Bin ja noch ganz frisch hier am Texten...ich wünsche dir icefire, unbekannter weise natürlich viel Erfolg gepaart von offenheit gegenüber Skurrilitäten in diesem Land. Nimm alles mit solange du noch kannst denn es wird nicht lange dauern und eine niedliche Japanerin wird ein Auge auf dich werfen. So ist das nun mal mit der Vorliebe zum Germanen und Japan :D Die stehen einfach auf gebrochene Schriften und deutsche Begriffe weil, ja weil diese einfach nur cool klingen und aussehen 8)

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